OXEA GmbH: Vom Konzernstiefkind zum Weltmarktführer

Farben, Schmiermittel und Kunststoffe sowie Cremes, Medikamente und Duftstoffe – all diese Produkte begegnen Verbrauchern im alltäglichen Leben, sei es beim Hausbau, im Haushalt, beim Arzt oder im Auto. Was wohl die Wenigsten wissen, diese unterschiedlichen Erzeugnisse haben eines gemeinsam: In allen stecken Anwendungen des in Oberhausen beheimateten Chemieunternehmens Oxea.
Oxea ist einer der führenden und leistungsstärksten Anbieter von Lösemitteln, Polyolen, Carbonsäuren und Derivaten – chemische Stoffe, die zur Herstellung unzähliger Endprodukte des täglichen Lebens entscheidend sind. OXEAs Erfolgsgeschichte beginnt im Jahr 2006 als Advent International die Oxo-Aktivitäten der beiden Chemiekonzerne Celanese und Degussa (heute Evonik) erwirbt. Ziel von Advent war es, die beiden Geschäftseinheiten, welche unter den bisherigen Eigentümern als Randaktivitäten gesehen wurden, zusammenzuführen, um daraus einen Weltmarktführer zu schaffen.

Ausweitung der Wertschöpfungskette, Optimierung des Produktportfolios und geografische Expansion

Als Private-Equity-Gesellschaft mit über 20-jähriger Erfahrung im Chemiesektor hatte Advent bereits zuvor in zahlreiche Chemieunternehmen investiert und erfolgreich Geschäftsbereiche aus multinationalen Konzernen herausgelöst, um sie anschließend als unabhängige Unternehmen zu positionieren. Durch die Bereitstellung von Kapital, aber vor allem durch das Einbringen seiner fundierten Sektor- und Managementexpertise, gelang es Advent, gemeinsam mit seinen Operating Partnern und der Geschäftsführung von OXEA, eine tragfähige Vision und Strategie zu entwickeln. Diese zielte auf nachhaltiges Ertragswachstum und basierte auf drei Säulen:

der Erweiterung der Wertschöpfungskette, der Differenzierung des Produktportfolios und der internationalen Expansion. So wurden zunächst die bislang unabhängig voneinander arbeitenden Aktivitäten verzahnt, Servicefunktionen gebündelt und Produktionseinheiten integriert. Außerdem wurde eine neue Unternehmensidentität mit eigenem Markenauftritt geschaffen – ein Prozess, in den die gesamte Belegschaft eng eingebunden war. Der heutige Unternehmensname OXEA ist zum Beispiel eine Idee der Mitarbeiter gewesen. Im Lauf der Zeit wurde das Leistungsspektrum von OXEA sukzessive erweitert, bestehende Anlagen wurden modernisiert, um zusätzliche Kapazitäten erweitert oder um neue Technologie ergänzt.

Insgesamt investierte OXEA über 250 Mio. Euro in organisches und anorganisches Wachstum. OXEA schuf beispielsweise in Oberhausen und Marl neue Kapazitäten für Carbonsäuren oder Spezialester – unter anderem durch den Bau neuer Produktionsanlagen – und erweiterte und modernisierte bestehende Anlagen. Außerdem vergrößerte OXEA gezielt sein Anwendungsspektrum: So hat das Unternehmen seit 2008 zehn neue Produkte auf den Markt gebracht und 2009 durch den Erwerb eines Werks in Amsterdam die Produktion neuer Spezialester-Produkte gestartet.

Darüber hinaus trieb OXEA die regionale Expansion voran und stärkte die Präsenz in Schwellenländern und strategischen Wachstumsmärkten wie den USA. Dazu führte OXEA an den Standorten in Bay City und Bishop (Texas) Kapazitätserweiterungen zur Produktion von Synthesegas, Propanol und Butanol durch, eröffnete in Nanjing (China) einen neuen Produktionsstandort und errichtete Syntheseanlagen, mit denen asiatische Kunden vor Ort bedient werden. Ein weiterer Fokus lag zudem auf der ständigen Verbesserung der Effizienz und Kostenbasis.

Einleitung der nächsten Phase der Unternehmensentwicklung

Innerhalb von nur sieben Jahren etablierte sich OXEA als führender, weltweit tätiger Anbieter für Oxo-Chemikalien. OXEA ist heute international präsent, verfügt über ein stabiles Geschäftsmodell mit breiter Kundenbasis und einem differenzierten Portfolio, das über 70 Oxo-Produkte umfasst. Diese Produkte werden von Kunden aus verschiedensten Abnehmerindustrien, darunter die Bau-, Automobil- und Konsumgüterbranche, das Gesundheitswesen, sowie verschiedene Zweige der chemischen Industrie, eingesetzt.

Vor allem aber erzielten Advent und OXEA deutliches Umsatz- und Ertragswachstum: Seit Unternehmensgründung hat OXEA den Umsatz auf mehr als 1,5 Milliarden Euro (2012) fast verdoppelt und das operative Ergebnis (EBITDA) fast verdreifacht. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich in diesem Zeitraum von 1.250 auf rund 1.500 in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. So ist aus den einstigen „Konzernstiefkindern“ in kurzer Zeit der weltweit zweitgrößte Hersteller von Oxo-Produkten geworden – gemessen am kommerziellen Marktanteil sogar die Nummer Eins. Diese Position der Stärke wird OXEA auch zukünftig nutzen, um mit dem neuen Eigentümer, der Oman Oil Company, ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Unternehmens zu schreiben.