Mit Beteiligungskapital zum mittelständischen Weltmarktführer

Laborgläser kommen nicht nur im Chemieunterricht zum Einsatz: In Laboren, im Krankenhaus und auch in der Industrie sind sie unabdingbar. Sie müssen starker Hitze, Temperaturschwankungen und Säuren standhalten und bestehen aus besonders festem Glasmaterial. Spezialisiert auf die Herstellung dieser Glassorten ist der Glashersteller DURAN Group. Das mittelständische Unternehmen hat es mit seinen Laborgläsern zum Weltmarktführer geschafft.

Mit der Entwicklung eines hitze- und säurebeständigenGlastyps legte Otto Schott im Jahr 1887 den Grundstein fürdie heutige SCHOTT AG und somit auch das Fundament fürden Erfolg der DURAN Group. Die handgefertigten Produktefanden viele Abnehmer in der ganzen Welt und es entstanddie Marke DURAN, die für die Widerstandskraft des Glasmaterials steht.Doch der GlasherstellerSCHOTT widmete sich im Laufe derJahre neuen Geschäftsfeldern.Die Herstellung der Laborgläser verloran Bedeutung und 2003 beschloss dasUnternehmen, das Laborglasgeschäft zu veräußern.Da steuerte der nicht gerade wachstumsstarke und nureingeschränkt profitable Geschäftsbereich lediglich nochknapp vier Prozent zum gesamten Konzernumsatz bei.

Langwieriger Verkaufsprozess

Der Veräußerungsprozess waralles andere als eine Spazierfahrt.Den Unternehmern lagviel daran, die Produktion und die damit verbundenenArbeitsplätze am Standort Mainz zu erhalten. Um die Technologienzu schützen, konnte auch nicht an einen direktenWettbewerber verkauft werden. „Ein Problem war, dass wirbei DURAN keinen besonders starken Cashflow hatten,was die Sparte für einen klassischen Finanzinvestor uninteressantgemacht hat. In ADCURAM haben wir einen sehroperativen, langfristig denkenden Investor finden können,der mit uns den Unternehmenswert gesteigert hat“,so Dr. Jürgen Sackhoff, der die Verkaufsverhandlungen fürSCHOTT leitete.

Aktive Unterstützung vom ersten Tag an

Unter dem Namen DURAN Groupwird der veräußerte Geschäftszweigder SCHOTT AG alsneues Unternehmen fortgeführt. Für über 120 Konzerndienstleistungen– von Rohstofflieferungen, über technischeWartungsarbeiten, die Werksfeuerwehr oder Forschung undEntwicklung bis hin zu IT und Einkauf wurden detaillierteLeistungsbeschreibungen und Preise ausgehandelt. Für dieProduktion in Mainz gab die Beteiligungsgesellschaft zudemeine siebenjährige Standortgarantie ab. „Wir haben einenlangfristigen Investitionsansatz. Für uns stand deshalb beiDURAN von Anfang an die erfolgreiche Weiterentwicklungdes operativen Geschäftes im Vordergrund. Besonders freutuns, dass beide Seiten, also sowohl SCHOTT als auch wirüber den erfolgreichen Verkauf hinaus von der langfristigenPartnerschaft profitieren“, so Dr. Florian Meise, Vorstandsmitgliedder ADCURAM Group AG.Bei der DURAN Group brachte sich ADCURAM vom erstenTag an mit einem mehrköpfigen Expertenteam ein:Der Aufbau eines eigenständigen kaufmännischen Bereichs,Optimierungen in Einkauf und Produktion, und die Verselbständigungder IT wurden beispielsweise durch ADCURAMExpertenbewerkstelligt. Dadurch entstanden bei DURANauch neue Arbeitsplätze. Inzwischen wurden mehr als15 Mio. EUR in neue Technologien und Prozesse, Innovationensowie geografisches Wachstum investiert. Durch den Zukaufdes englischen Laborglasherstellers SciLabware konnte dasUnternehmen in neue Absatzmärkte vordringen.Heute steht die Industriegruppe der DURAN Group als strategischerPartner zur Seite.

Glänzende Zukunftsperspektive

An den vier Standorten Mainz,Wertheim sowie Pula in Kroatienund Stone in England werdenmehr als 5.000 Artikel für Laborglasanwendungen produziert.Zu den Kunden zählen u. a. die chemische und pharmazeutischeIndustrie, Unternehmen der Biotechnologie, GetränkeundNahrungsmittelindustrie sowie Qualitätssicherungslaborsaus der ganzen Welt. Daneben realisiert die DURANGroup unter dem Bereich DURAN Engineered Glass kundenspezifischeArtikel für Industrieanwendungen etwa imMaschinenbau, in der Medizintechnik oder auch für denHaushalt. Präzises Hohlglas beispielsweise ist neben vielenanderen Anwendungen ein wichtiger Werkstoff für dieElektrokleingeräteindustrie. Der Marktführer erzielt heutezweistellige Gewinnmargen.