Mechatronic Systemtechnik GmbH: Mit Beteiligungskapital zum unverzichtbaren Partner der Halbleiterindustrie

Man findet sie in Handys, Digitalkameras, Spielkonsolen, Mp3-Playern oder Camcordern: Mikrochips sind hoch integrierte, miniaturisierte Schaltkreise, die aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken sind. Hergestellt werden die Chips aus sogenannten Wafern. Wafer sind hauchdünne Scheiben, die neuste Generation der Dünnwafer weist Stärken von unter 200 Mikrometer auf. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat eine Dicke von rund 60 Mikrometern. Die hochempfindlichen Wafer dürfen während der Produktion nicht berührt werden. Um sie bei der Herstellung, als auch auf dem Weg zum Abnehmer zu transportieren, hat die Mechatronic Systemtechnik GmbH spezielle Maschinen entwickelt. Damit ist Mechatronic Systemtechnik mittlerweile zum unverzichtbaren Partner für die weltweit größten Halbleiterhersteller avanciert.

Das Unternehmen mit Sitz im österreichischen Villach entwickelt, fertigt und vermarktet Spezialmaschinen für die Halbleiterindustrie. Das Besondere an den Lösungen von Mechatronic ist das berührungslose Handling der Wafer auf Basis des Bernoulli-Vakuum-Prinzips – ein weltweit einzigartiges Verfahren, mit dem selbst extrem verspannte Wafer plan gezogen, bearbeitet und transportiert werden können. 1998 gegründet, fand das Unternehmen schon bald seinen Weg in die Wafer-Fertigung von namhaften Unternehmen der Halbleiterbranche. Das Interesse an der Technologie war groß, das Auftragsbuch gut gefüllt. 2005 startete die Serienfertigung. Doch schnell wurde deutlich: Ohne Kapitalspritze war das hohe Wachstumstempo auf Dauer nicht zu halten. So entschloss sich das Management Gespräche mit Private-Equity-Investoren zu führen.

Hemmschwellen abbauen, Wachstum ankurbeln und erste Erfolge ernten

Im Oktober 2008 beteiligten sich die FIDURA Private Equity Fonds an der Mechatronic Systemtechnik GmbH. Die Beteiligung erfolgte gemeinsam im Rahmen eines Co-Investments mit der Beteiligungsgesellschaft Danube Equity, der gemeinschaftlichen Corporate Venture-Tochter des führenden österreichischen Industriekonzerns Voest Alpine und einer Bankengruppe. Insgesamt übernahm die Investorengruppe 21,8 Prozent der Anteile.

Im Gegenzug flossen dem Unternehmen erhebliche finanzielle Mittel zu. Doch nicht nur das. „FIDURA versteht sich nicht nur als Kapitalgeber, sondern begleitet das Management als Coach und Sparringspartner auch bei der Umsetzung der Wachstumspläne. Das Team der Münchner Private-Equity-Gesellschaft – durchweg erfahrene Unternehmer mit naturwissenschaftlichem Hintergrund – knüpft Vertriebskontakte, unterstützt das Management bei wichtigen Entscheidungen und hilft bei der Suche nach neuen Mitarbeitern“, berichtet Klaus Ragotzky, Geschäftsführer der FIDURA Private Equity Fonds. Mit den bereitgestellten Mitteln konnte die Mechatronic Systemtechnik GmbH den Weg für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte ebnen. Das Timing passte dabei für beide Seiten. Auch für FIDURA selbst war es der ideale Zeitpunkt um bei Mechatronic einzusteigen. Wichtige unternehmerische Meilensteine waren im Herbst 2008 bereits erreicht. Neben entscheidenden technischen Innovationen und Kooperationen zeichneten sich weitere Großaufträge aus der Halbleiterbranche ab, wichtige Schlüsselkunden waren bereits an Bord und auch in Asien hatten sich bereits erste Vertriebserfolge eingestellt.

Mit Investitionen und Innovationen neue Märkte erschließen

Mit dem frischen Kapital wurde bereits kurz nach dem Einstieg von FIDURA ein großflächiger, weltweiter Rollout der Dünnwafer Handlinganlagen sowie die Entwicklung neuer Produkte und Technologien finanziert. So konnte das Hightech-Unternehmen 2011 zwei völlig neue Maschinen erfolgreich am Markt einführen. Deren Einsatz trägt dazu bei, die Wirtsch aftlichkeit der Wafer-Produktion erheblich zu steigern.

Die Umsatzzahlen wachsen stetig, dafür sorgen vor allem die hohe Nachfrage aus dem Halbleiterbereich und das volumenstarke OEM-Geschäft (Zulieferergeschäft) mit europäischen Kunden, in dem sich Mechatronic Systemtechnik in den vergangenen Jahren als Technologiezulieferer fest positioniert hat. Dieser strategische Schachzug sorgt dafür, dass Mechatronic Systemtechnik trotz des aktuell schwachen asiatischen Marktes eine kontinuierlich positive Entwicklung verbuchen kann. Um am nächsten wirtschaftlichen Aufschwung in Asien von Anfang an teilhaben zu können, wurden in den letzten Monaten die Neukunden- Akquise stark forciert und die bestehenden Kunden mit Serviceverträgen an das Unternehmen gebunden. Parallel dazu wurde im ersten Halbjahr 2013 der US-Vertrieb konsequent ausgebaut. Aufgrund der guten Auftragslage konnte Mechatronic Systemtechnik zahlreiche neue Mitarbeiter einstellen – nicht nur, um die steigende Zahl von Anfragen bearbeiten zu können, sondern auch, um neue Maschinen zu entwickeln und weitere Kunden für deren Roll-out in 2014 zu gewinnen. Um seine Stellung im stark wachsenden Markt der ultradünnen Mikrochips zu behaupten, hat Mechatronic Systemtechnik im ersten Halbjahr 2013 zudem vier neue Patente für Verpackungsanlagen angemeldet. Diese Anlagen sind speziell dafür geeignet, Wafer in so genannte „Shipingboxen“ zu verpacken, um zum einen das Volumen beim Transport zu minimieren und zum anderen die Wafer vor Beschädigung zu schützen. Durch die Volumeneinsparung können die Transportkosten um bis zu zwei Drittel gesenkt werden - insgesamt ein einmaliges Alleinstellungsmerkmal am Markt.