Lange & Söhne Brunnenbau GmbH: Beteiligungskapital unterstützt Bewährtes und fördert Neues

Der Brunnenbau ist eine Branche im Wandel: Ging es früher vor allem darum, die Wasserquellen zu erschließen und Brunnen zu bohren, so ist das Tätigkeitsfeld des modernen Brunnenbauers wesentlich breiter. Heutzutage liegt der Fokus auf der Überbohrung – also dem erneuten Bohren und der Sanierung von Altbrunnen. Außerdem sind Brunnenbauer inzwischen oft auch gleichzeitig Spezialisten für Geothermie – eine alternative Energiequelle zu Öl und Gas, auch Erdwärme genannt. Um diese tatsächlich nutzbar zu machen, ist viel spezielles Know-how erforderlich, das die Brunnenbauer früher noch nicht hatten.

Erdwärme als neuer Fokus des modernen Brunnenbauers

Das norddeutsche Traditionsunternehmen Lange & Söhne Brunnenbau bündelt beide Kompetenzbereiche. Seit mehr als 100 Jahren ist der Familienbetrieb im Brunnenbau tätig. Dabei geht es nicht nur um den Bau an sich, sondern auch um alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte, insbesondere die Durchführung von Brunnenbau- und Brunnenregenerierungsarbeiten. Bereits in den 70er Jahren kam die Installation von geothermischen Heizungsanlagen hinzu. Dieser Bereich überwiegt inzwischen und bringt dem 35 Mann starken Betrieb den meisten Umsatz ein.

Seit 1970 hat Lange & Söhne zahlreiche 5- bis 20-kW-Anlagen in der norddeutschen Tiefebene und den Hochlagen in Nordrhein-Westfalen errichtet. Insbesondere in den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von Erdwärmesonden – Rohrs zur Gewinnung von Erdwärme – für Haushalte und Firmen installiert. Die so gewonnene Energie wird beispielsweise zum Heizen oder Kühlen der Häuser genutzt. Durch die erfolgreiche Neuausrichtung des Unternehmens mit Geothermie als zweitem Standbein hat Lange & Söhne seine Abhängigkeit von der allgemeinen Baukonjunktur – die zu einem gewissen Teil den Markt für herkömmliche Brunnenbauleistungen kennzeichnet – überwunden. Gleichzeitig konnte sich das Unternehmen im zukunftsträchtigen Bereich der regenerativen Energien etablieren.

HCM-Engagement: Beteiligungskapital auch für kleine Betriebe

Doch 2005 stieß das Unternehmen an seine Kapazitätsgrenze: Geothermie als alternative Energiequelle erlebte zwar einen Boom, jedoch fehlten dem Unternehmen die nötigen Mittel, um das lukrative Geschäftsfeld auszubauen. Wegen der geringen Eigenkapitalausstattung war es für Lange & Söhne unmöglich, an Fremdkapital zu kommen. Der entscheidende Tipp kam dann vom Steuerberater des Unternehmens: Er stellte einen Kontakt zur Beteiligungsgesellschaft Handwerk Capital Management (HCM) her. Das „H” für „Handwerk” macht bereits die Besonderheit dieser Beteiligungsgesellschaft deutlich: Sie investiert hauptsächlich über Stille Beteiligungen in kleine und mittelständische Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind. So liegt der Schwerpunkt von HCM auf der Unterstützung von Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe, Bau und Handwerk, Groß- und Einzelhandel sowie Betrieben aus den Bereichen Spedition und Logistik. Der Unterschied zu anderen Private Equity-Gesellschaften besteht darin, dass HCM vergleichsweise kleine Beträge zwischen 10000 und 150000 € zur Verfügung stellt.

Somit können auch sehr kleine Betriebe, die nur eine geringe Summe benötigen, von den Vorteilen von Private Equity profitieren. Für den Fall, dass ein höherer Investitionsbetrag notwendig wird, versucht HCM, durch eine Poolbildung zusätzlicher Investoren mehrere Beteiligungen zu vereinen oder weitere Partner für das Projekt zu gewinnen. Dass ein Bedarf an Investitionen durch Private Equity durchaus auch bei kleinen und mittleren Unternehmen besteht, zeigt sich an der Zahl der Anfragen, die bei HCM eingehen: Waren es in den ersten beiden Jahren des Bestehens insgesamt 140, so kommt heute eine Anfrage pro Tag.

Auch Lange & Söhne wurde auf vielfältige Weise durch die HCM unterstützt, denn die Beteiligungsgesellschaft war von dem Geschäftsmodell überzeugt. So wurde in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung eine Strategie zum Ausbau des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energien entwickelt: „Unser Ziel war es, das Eigenkapital aufzubessern, um die notwendigen Investitionen besser finanzieren zu können“, erklärt der Geschäftsführer Torsten Lange. Das Engagement von HCM hatte für weitere Investoren eine „Hebelwirkung“ – so konnte nämlich die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) Schleswig-Holstein als zusätzlicher Kapitalgeber für das Projekt gewonnen werden. Als regionale Beteiligungsgesellschaft besteht ihre Aufgabe darin, die Eigenkapitalbasis von mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein zu stärken und damit auch die Vorraussetzungen zum Einwerben von Fremdkapital zu verbessern. Voraussetzung für das Engagement der MBG war ein schlüssiges und tragfähiges Unternehmenskonzept. Das übernahm HCM und warb bei privaten und institutionellen Investoren um Beteiligungskapital.

Erfolgreicher Ausbau des zukunftsfähigen Geschäftsfeldes

Die Zusammenarbeit zwischen Lange & Söhne und den Kapitalbeteiligungsgesellschaften war erfolgreich: MBG und HCM konnten gemeinsam 270000 € zur Verfügung stellen. Die Gesamtfinanzierung umfasste 665000 €, davon waren 270000 € Stille Beteiligungen. Mit diesem Kapital konnte das Unternehmen nun die geplanten Investitionen – zwei neue Bohranlagen nebst Lkw und Zubehör – umsetzen. Aber die Beteiligungsgesellschaften haben nicht nur Geld gegeben, sondern auch ein umfassendes Coaching angeboten. Dies hatte viele positive Effekte – nicht zuletzt auf den Umsatz: „Wir liegen derzeit voll im Plan und haben unsere Kapazitäten seit dem Einstieg von HCM verdoppelt“, erläutert Torsten Lange. Seit dem Beginn des Engagements von HCM ist der Umsatz um zwei Drittel gestiegen. Zudem konnten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Durch die Unterstützung der Beteiligungsgesellschaften ist das Brunnenbauunternehmen Lange & Söhne nun für die Zukunft bestens aufgestellt.