JUNG Pumpen – Mit Export-Fokus zum internationalen Unternehmen

Wenn man zu einem Termin beim Entwässerungsspezialisten JUNG Pumpen nach Steinhagen in Westfalen eingeladen wird, kann es bei einer mittäglichen Ankunft passieren, dass man anstatt in den Besprechungsraum in die Kantine geführt wird. Auffallend hell und freundlich ist es dort, bei modernster Ausstattung. Die Kantine ist eine der zahlreichen Neuerungen in dem 1924 gegründeten Traditionsunternehmen, das 2004 von der Beteiligungsgesellschaft 3i übernommen wurde. Bis dahin war die amerikanische Masco Corporation Eigentümer, entschied sich aber vor fünf Jahren zum Verkauf.

In unruhigen Zeiten Stabilität geschaffen

"Das waren unruhige Zeiten" berichtet der heutige Geschäftsführer Helmut Schweitzer, der das Unternehmen 1991 übernahm. "Die Belegschaft hatte große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens. Und auch ich war anfangs skeptisch gegenüber dem Einstieg eines Finanzinvestors". Doch schon bald haben sich die Zweifel zerstreut. Heute sagt Schweitzer über die Zeit mit 3i: "Private Equity war zu 100 % die richtige Entscheidung". Seitdem hat sich JUNG Pumpen nämlich in vielerlei Hinsicht positiv entwickelt und vieles neu. "Ich fand es nach den Strapazen um die neue Eigentümerschaft wichtig, etwas für die Mitarbeiter zu tun."3i hat dies unterstützt und sofort 120.000 € für die Modernisierung der alten Kantine zur Verfügung gestellt. "Wie mir war auch dem Team von 3i die Investition in die Mitarbeiter wichtig. Da war mir klar, dass wir einen Partner gefunden haben, der in dieselbe Richtung blickt wie wir. Die neuen Eigentümer haben uns in unserer Unternehmensphilosophie ausdrücklich unterstützt und nach vorne gebracht", so Schweitzer.

Mit 3i kamen neue finanzielle Mittel und eine strategische Ausrichtung, die JUNG Pumpen zu mehr Wachstum verhalf. So hat sich der Umsatz in der Zeit von 3i um 11 Prozent erhöht. Neben Investitionen in den Maschinenpark und die Prozesstechnik von 800.000 Euro hat das Führungsteam den Fokus vor allem auf den Export gelegt – bisher war das Unternehmen zwar national gut aufgestellt, der Exportanteil lag jedoch unter fünf Prozent. Gemeinsam mit 3i wurde der Wandel zum internationalen Unternehmen vollzogen, dazu wurden 30 neue Mitarbeiter eingestellt. Ergebnis: Der Exportanteil stieg auf 12 Prozent an. Ein neuer Fokus lag auf Osteuropa: "Auf Anraten von 3i haben wir sechs Leute in Polen eingestellt und auch Tochtergesellschaften in Ungarn, Tschechien und der Slowakei gegründet", berichtet Schweitzer.

Ein weiteres Ziel bestand darin, JUNG Pumpen künftig kompetenter und professioneller auftreten zu lassen. Dazu hatte Schweitzer bereits vor 3i die Idee des "Forums" - ein modernes Gebäude, in dem Produktpräsentationen und Schulungen veranstaltet werden und das 2002 und 2003 auf dem Gelände von JUNG Pumpen gebaut wurde. 3i hat diese Zielsetzung aufgegriffen: Seit 2004 wurde unter anderem der Internetauftritt professioneller und die Prospekte und Verkaufsunterlagen kundenfreundlicher gestaltet.

Die offene Kommunikationspolitik mit der Belegschaft war für die Umsetzung der Ziele ausgesprochen wichtig.

Kundennähe durch klares Standortbekenntnis

Seit inzwischen mehr als 80 Jahren werden in den Produktionshallen in Steinhagen Pumpensysteme hergestellt – ein klares Bekenntnis also für den Standort Deutschland. "Made in Germany" steht bei JUNG Pumpen für den Anspruch auf Qualität. "Unsere Kunden verlangen genau danach", sagt Schweitzer. Von den 330 Mitarbeitern arbeiten allein 40 im Service, Bestellungen werden zentral innerhalb von 24 Stunden verschickt.

Im Jahr 2007 verkaufte 3i das Unternehmen an die amerikanische Pentair Inc, ein strategischer Investor auf der Feld der Wassertechnologie. Schweitzer hält das für die richtige Entscheidung: "Dass JUNG Pumpen letztlich in einen strategischen Hafen eingelaufen ist, war wichtig. Und es war der richtige Zeitpunkt, vorher hätte dieser Schritt keinen Sinn gemacht. Nach der Zeit mit 3i war das Unternehmen 2007 in Deutschland gefestigt, unsere Ziele haben sich erfüllt." Pentair behält die strukturelle Ausrichtung von JUNG Pumpen bei und profitiert von dem Kauf, weil es so in Deutschland Fuß fassen konnte.