FEAG: Schalthäuser aus Forchheim für die ganze Welt

Paris, Wien, Warschau, Kopenhagen. Die ICE-Züge der deutschen Bahn fahren in alle Himmelsrichtungen – die Bildschirme im Cockpit weisen dabei den Weg. Einer der Ausrüster dieser Cockpits ist die FEAG GmbH, die sich in den vergangenen Jahren eine starke Marktposition erarbeitet hat.

FEAG rüstet aber nicht nur ICE-Cockpits aus, sondern stellt vielfältige elektrotechnische Systeme her. Das Unternehmen mit Sitz in Forchheim produziert elektrische Anlagensysteme für die Branchen Energieerzeugung/-verteilung, Verkehr sowie die Prozessindustrie, fertigt schlüsselfertige Schalthausmodule und baut unter anderem Nieder- und Mittelspannungsschaltanlagen.

Mit Beteiligungskapital zum erfolgreichen Neustart

Seine ersten Schritte machte das Unternehmen als Tochterfirma der Siemens AG, die an verschiedenen Standorten in Deutschland Fertigungscenter für elektrische Anlagen gründete. 1997 wurden diese konzerninternen Einheiten in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert und sechs Jahre später in der FEAG GmbH zusammengeführt. Nachdem Siemens zunächst alleiniger Gesellschafter war, kam 2004 ein zweiter Partner hinzu. Jedoch lief dies nicht reibungslos ab: Da sich die Gesellschafter hinsichtlich der strategischen Ausrichtung nicht einigen konnten, stand die FEAG zwei Jahre später vor der Insolvenz. Eine erfolgreiche Lösung fand sich 2007: Ein neues Management und der Einstieg der CFH Beteiligungsgesellschaft mbH (CFH) gaben der FEAG wieder Auftrieb.

Wenn Dr. Hermann Andreas und Tom Peiffer an die ausschlaggebenden Verhandlungen über FEAG im Mai 2007 zurückdenken, sieht man beide lächeln. Heute – rund 4 Jahre später – sind beide sicher, dass sowohl das Konzept für die neue Ausrichtung als auch das jeweilige persönliche Engagement als geschäftsführender Gesellschafter die richtige Wahl waren. Mit Unterstützung der zur Süd Beteiligungen GmbH zählenden CFH konnte bei FEAG gemeinsam der Neustart geschafft werden.

Wandel eines Konzerntochterunternehmens zu einem schlanken Mittelständler

Im Rahmen der Neuausrichtung der Gesellschaft war Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen notwendig. Ein effektives Kostenmanagement wurde eingeführt, Standorte hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit überprüft und Kapazitäten angepasst. Mit vier Standorten begann der Neustart der FEAG. In diesem Zusammenhang wurde der Hauptsitz von Erlangen nach Forchheim verlagert und die weiteren Produktionsaktivitäten auf die Standorte Bremen, Dormagen und St. Ingbert beschränkt. Die Wandlung von einer früheren Konzerneinheit zu einem Mittelständler mit kosteneffizienter Struktur und Kultur stellte eine große Herausforderung dar. In einem Umfeld wachsenden internationalen Wettbewerbs hat die CFH die FEAG durch ihre Beiratstätigkeit sowie in Finanzierungsfragen aktiv unterstützt. Seit dem Neustart und der Herauslösung aus dem Siemens-Konzern bestehen weiterhin enge Verbindungen zum ehemaligen Gesellschafter. Siemens stellt auch heute noch den bedeutendsten Kunden dar.

Nach der Konsolidierung folgt Wachstum

Lag der Schwerpunkt in der Zeit nach dem Neubeginn auf Konsolidierung und Profitabilität, hat die FEAG trotz Wirtschaftskrise die Weichen auf Wachstum gestellt. Maßgeblich beitragen sollen dazu eigene Produkte, wie z.B. eine neue Schaltschrankgeneration (SPC-Smart Power Center), die den immer höheren Herausforderungen der Energieverteilung und der Antriebstechnik gerecht werden.
FEAG beschäftigt heute 400 Mitarbeiter und verzeichnet Umsätze von rund 60 Mio. Euro, die auf lange Sicht gesehen auf einen dreistelligen Millionenbetrag steigen sollen. Und auch die weitere Internationalisierung steht auf der Agenda: Vor zwei Jahren wurde ein neuer Standort in Dubai eröffnet, mit Hilfe dessen Kontakte im arabischen Raum geknüpft und neue Absatzmöglichkeiten geschaffen wurden.

Unternehmensinformationen:

Standort: Forchheim
Neu-Gründungsjahr: 2007
Mitarbeiterzahl (aktuell): 400
Umsatz letztes Geschäftsjahr: EUR 60,0 Mio. Euro
Investoren:CFH Beteiligungsgesellschaft mbH (Süd Beteiligungen GmbH), Management (Matterhorn Industriebeteiligungen GmbH, TCM Management GmbH)
Beteiligungszeitraum: seit Mai 2007