Ersol Solar Energie AG: Vorreiterrolle dank Private Equity

Dynamisch, weltoffen, zukunftsorientiert – die Geschichte der ersol Solar Energie AG gehört zu den großen Erfolgsbeispielen junger Innovationsunternehmen in Deutschland. Die ehemalige ersol, heute Bosch Solar Energie, bietet von Solarwafe, Zellen und Modulen bis hin zu fertigen Solarkraftwerken alle hochwertigen Photovoltaikprodukte an, mit denen Strom aus Sonnenlicht erzeugt werden kann. Mit strategisch richtigen Zukäufen und Firmenerweiterungen legte das vor sechs Jahren noch kleine Unternehmen eine Wachstumsgeschichte par excellence hin und bewies, dass geschickte Führung und kluge Investitionen zu weltweitem Erfolg führen können.

Dabei begann alles mit einer Insolvenz. Im September 2004 meldete der ersol-Mehrheitsgesellschafter Umweltkontor Insolvenz an\; somit fehlte dem einst reinen Solarzellenunternehmen ein wichtiger Wachstumskapitalgeber. Ein weiteres Problem bestand darin, dass die Gesellschaft einen sehr breiten Aktionärskreis mit Mitspracherechten besaß. Nach drei Monaten schwieriger Verhandlungen gelang es schließlich einem von der Ventizz Capital Partners Advisory AG beratenen Fonds, einen Mehrheitsanteil in Höhe von 79,7% an ersol zu erwerben. Damit war der erste Schritt in die richtige Richtung getan. Der Einstieg bei ersol war das erste Investment des Ventizz Capital Fund II L.P. („Ventizz“), des 2004 aufgelegten Fonds.

Ventizz überzeugte den ersol-Vorstand mit einer neu definierten Wachstumsstrategie: Die bestehenden Produktionskapazitäten mussten ausgebaut und ein neues Geschäftsmodell für die Gesellschaft entwickelt werden. Ganz systematisch transformierte man den einst kleinen Solarzellenproduzenten in einen internationalen Photovoltaikkonzern. Auf ersol und seine Gesellschafter wartete aber zunächst ein großes Stück Arbeit. Das Unternehmen erwirtschaftete Ende 2004 Umsätze in Höhe von 38 Mio. €. In jenem Jahr erreichte die Firma zudem erstmals ein positives EBIT von 3,4 Mio. €, das sich aus dem Jahresüberschuss nach dem Herausrechnen von Zinsen und Steuern ergibt. Horziontale und vertikale Integration waren der Weg zum Erfolg: Damit das Unternehmen eine möglichst große Gewinnspanne erzielen konnte, galt es, alle strategisch wichtigen Produktionsschritte durch den Konzern selbst abzudecken, sodass keine Aufträge an andere Unternehmen vergeben werden mussten. Eine Fertigungsstufe mit sehr hoher Gewinnspanne ist die Ingot- und Waferherstellung\; deshalb wurde im September 2005 ASi Industries in Arnstadt in der Nähe von Erfurt gekauft. Parallel dazu vereinbarte ersol langfristige Liefervereinbarungen für Silizium sowie mehrjährige Abnahmeverpflichtungen mit namhaften Modulherstellern.

Expansion dank Börsengang

Eine Firmenvergrößerung, die den internationalen Markt im Blick hat, braucht aber jede Menge Kapital. Ventizz und die Mitgesellschafter beschlossen noch im September 2005, ersol an der Frankfurter Börse zu listen. Der Börsengang war mehr als 50-fach überzeichnet und wurde einer der erfolgreichsten IPOs dieses Jahres in Deutschland. Dadurch flossen der Gesellschaft finanzielle Mittel in Höhe von 116 Mio. € zu – das brachte ersol noch mehr finanzielle Flexibilität, die dringend benötigt wurde. Denn um kurzfristig an Silizium gelangen zu können, übernahm das Unternehmen mit dem Börsenemissionserlös zu Beginn des Jahres 2006 die Silicon Recycling Services Inc. in Camarillo, USA. Diese Firmenakquisition erwies sich als sehr attraktiver Schachzug, denn er sicherte ersol gegen Rohstoffengpässe ab – ein hochsensibles Thema, vor dem sich die gesamte Solarbranche in dieser Zeit fürchtete.

Geschickt zum Erfolg gelenkt

Der Plan von Ventizz ging auf: Mit finanziellen Mitteln und konzeptionellen Veränderungen am Geschäfts-modell entwickelte sich ersol zu einem weltweit führenden Photovoltaikunternehmen. Von anfangs gerade mal 100 Mitarbeitern wuchs bis zur Veräußerung durch Ventizz die Mitarbeiterzahl auf über 1200 an. Über den Beteiligungszeitraum hinweg erreichte ersol einen beeindruckenden Anstieg des EBIT auf ein Niveau von mehr als 70 Mio. €, und auch die Umsätze schossen weiter in die Höhe: 2008 erzielte der Konzern ca. 310 Mio. €.

Im selben Jahr konnte ersol einen neuen starken Partner an seiner Seite begrüßen, denn die nahmhafte Robert Bosch GmbH übernahm die Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen und bringt ersol seither auf dem internationalen Markt weiter voran. Mit dieser Verbindung gelang dem Ventizz Capital Fund II L.P. eine der erfolgreichsten und am häufigsten diskutierten Transaktionen des Jahres. Damit hat sich ersol zu einem außerordentlich erfolgreichen Photovoltaikkonzern entwickelt, der dank der Private Equity-Finanzierung wieder auf festen Beinen steht.