Elmi GmbH & Co. KG: Erfolgreiche Nachfolgeregelung mit Private Equity

Große Brötchen backen - Nachfolgeregelungen im eigenen Unternehmen sind für viele Mittelständler ein heikles Thema. Doch muss guter Rat nicht immer teuer sein. Immer häufiger setzen Unternehmer auf das Modell Private Equity, wenn es um die Zukunft der eigenen Firma geht. Ein erfolgreiches Beispiel ist der Fall der Erfurter Bäckereikette elmi: Mit der Mehrheitsübernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Silver Investment Partners gelang Geschäftsführer Reinhold Siegers nicht nur der Aufbau einer sicheren Nachfolgestruktur. Mit einem finanzstarken Partner an seiner Seite will er nun den eingeschlagenen Expansionskurs fortsetzen.

Je früher, desto besser

Siegers gehört zu den Vertretern einer für Ostdeutschland typischen Generation von Geschäftsführern: Im Jahr 1991 hatte er die elmi GmbH &amp\; Co. KG von der Treuhand übernommen und das Unternehmen bis heute zu einem führenden Anbieter für Back- und Konditoreiwaren in Thüringen und Sachsen ausgebaut. Im Rentenalter ist er noch längst nicht angekommen. &quot\;Aber nach über 20 Jahren an der Spitze des Unternehmens war es mir wichtig, frühzeitig eine optimale Nachfolgeregelung zu treffen&quot\;, erklärt Siegers. Und dabei klingt er geradezu entspannt: &quot\;Nötig im engeren Sinne war es eigentlich nicht.&quot\; Vor allem jedoch wollte Siegers das Unternehmen in seiner bisherigen Form erhalten. &quot\;Da meine Kinder beruflich einen anderen Weg gehen, schied eine familieninterne Lösung aus&quot\;, so Siegers. Auch der Verkauf an einen Mitbewerber kam für ihn nicht infrage, nicht zuletzt weil kaum einer aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation in der Lage war, eine entsprechende Transaktion zu stemmen.

Trumpfkarte Private Equity

&quot\;Über die Fachpresse hörte ich von Silver Investment Partners, die sich kurz zuvor an der Landbäckerei Sommer beteiligt hatten&quot\;, erinnert sich Siegers. Die ersten Gespräche liefen für beide Seiten positiv und nach einem dreiviertel Jahr konnte der Verkaufsprozess erfolgreich abgeschlossen werden. &quot\;Mit Silver Investment Partners kann ich elmi bis auf weiteres alleine führen, habe aber einen Partner für strategische und finanzielle Fragen&quot\;, so Siegers. Zudem stellt der Investor zusätzliches Kapital zur Verfügung, um den Wachstumskurs des Unternehmens fortzusetzen. &quot\;Herr Siegers hat sich erfreulicher Weise schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt um eine effektive Nachfolgeregelung bemüht&quot\;, bestätigt Philipp Amereller, geschäftsführender Partner von Silver Investment Partners. &quot\;Nur mit einem starken Eigenkapitalpartner an seiner Seite kann der Alteigentümer auch zukünftig am Erfolg des Unternehmens partizipieren, auch wenn er wie im Fall von elmi die Mehrheit am Unternehmen abgegeben hat&quot\;, so Amereller. Mit der Beteiligung an der Sauerländer Landbäckerei Sommer Anfang 2011 hatte Silver Investment bereits Erfahrungen im Bäckereihandwerk sammeln können. Schließlich steht die Branche vor großen Herausforderungen: Studien gehen davon aus, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren deutschlandweit bis zu 5.000 Filialen schließen werden. &quot\;Die Branche wird sich konsolidieren und dafür müssen wir uns wappnen&quot\;, unterstreicht Siegers.

Ostdeutsche Unternehmen betroffen

Das Thema Unternehmensnachfolge ist gerade in Ostdeutschland aktueller denn je. &quot\;Ich sehe hier in der Tat großes Potenzial für Beteiligungsgesellschaften&quot\;, unterstreicht Investor Amereller und erläutert: &quot\;Viele Alteigentümer stehen heute kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter oder haben ihr Unternehmen seit der Wende vor über 20 Jahren erfolgreich geführt und wollen nun, wie im Fall von elmi, trotz ihres noch relativ jungen Alters beruflich kürzer treten.&quot\; Vielerorts träfen potenzielle Investoren auf gut ausgebildete Mitarbeiter. &quot\;Zudem sind die meisten Unternehmen in der Region sehr gut aufgestellt, weil sie in den letzten Jahren von umfangreichen staatlichen Fördermaßnahmen profitieren konnten, beispielsweise bei der Anschaffung eines modernen Maschinenparks&quot\;, erklärt Amereller. Doch es gibt ein Handicap: Noch immer werden ostdeutsche Unternehmen zu häufig unterbewertet, was nach Meinung Amerellers jedoch nichts mit der Attraktivität der Firmen zu tun hat. &quot\;Im Vergleich zu westdeutschen Firmen sind sie oftmals einfach kleiner. Viele der Unternehmen sind für die Mid oder Large Cap-Fonds noch nicht groß genug.&quot\;

Keine Berührungsängste

Als Minderheitsgesellschafter bleibt Reinhold Siegers bis auf weiteres mit an Bord. Unternehmer und Investor wollen gemeinsam die Erfolgsgeschichte elmis fortschreiben. &quot\;Wir haben uns vorgenommen, organisch zu wachsen und jährlich sechs neue Filialen zu eröffnen. Und dieses Ziel werden wir in diesem Jahr bereits übertreffen&quot\;, verrät Siegers. Positive Resonanzen von Mittbewerbern bestätigen Siegers in seinem Weg. &quot\;Was uns besonders freut, ist die Tatsache, dass auch andere Bäckereien mit uns zusammenarbeiten wollen, da sie sehen, wie gut die Partnerschaft zwischen Silver Investment Partners und elmi funktioniert!&quot\; freut sich der Unternehmer. Die Wachstumsstrategie elmis bezieht neben der Eröffnung neuer Filialen auch den Ausbau des Kaffeeausschanks in den Filialen, ein reichhaltiges Snack-Angebot und die Einrichtung von kostenlosem W-LAN mit ein. &quot\;Das haben wir unseren Mitbewerbern voraus&quot\;, so Siegers.

Fazit

Für elmi hat es sich gelohnt, im Zuge der Nachfolgeregelung auf einen Eigenkapitalgeber zu setzen. Siegers will daher Hemmschwellen abbauen: &quot\;Ich persönlich kann anderen Mittelständlern nur empfehlen, ihre Berührungsängste gegenüber Private Equity abzulegen&quot\;, meint Siegers. &quot\;Die Zusammenarbeit mit Silver Investment ist einfach phänomenal!&quot\;

Quelle:Holger Garbs, VentureCapital Magazin 11/2012