Debitel: Dank richtiger Kommunikation zum Erfolg

Der Verkauf des Telefonkonzerns Debitel an den Freenet-Konzern im März dieses Jahres markierte den Abschluss einer erfolgreichen Private Equity-Investition. Es entstand ein neuer Marktführer im Mobilfunk-Vertrieb, noch vor den Wettbewerbern DTAG und Vodafone. Die Geschichte der Debitel-Gruppe zeigt, wie Private Equity Unternehmen nach vorne bringen kann.

Wir gehen zurück ins Jahr 2004. Das Geschäft von Debitel steckte nach der erfolglosen Teilnahme an UMTS-Auktionen strategisch in einer Sackgasse. Eine unstabile operative Lage und hohe Verluste in Teilbereichen des Unternehmens forderten dringenden Handlungsbedarf. Mit der Private Equity-Gesellschaft Permira fand der damalige Mehrheitseigner Swisscom den wohl geeignetsten Käufer der Debitel. Die breite Expertise von Permira stützt sich auf über 20 Jahre Erfahrung im Private Equity-Geschäft in verschiedensten Branchen und mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten. Im Jahr 2004 kaufte Permira 95% der Swisscom-Anteile an Debitel, anschließend nahm Permira das Unternehmen von der Börse.

„Hands on“ – Dann wurde angepackt

Restrukturierung und neue Fokussierung der Debitel – so der Plan von Permira. Die Gesellschaften traten in Neuverhandlungen mit Netzbetreibern, suchten langfristige Bindungen strategisch wichtiger Partner und Retailer und fokussierten sich auf den deutschen Markt. Aus den Ländern Slowenien, Dänemark und Frankreich zog sich Debitel gänzlich zurück. Außerdem wurde an einer Weiterentwicklung des Geschäftsmodells gearbeitet, Innovativionen und Kostenführerschaft wurden umgesetzt. Dies bedeutete: Neue Produkte im Debitel-Sortiment fanden ihren Platz, das Geschäftsmodell rund um DSL wurde ausgeweitet und die Kostenführerschaft durch drei Wertsteigerungsprogramme erreicht.

Als nächstes Ziel wurde nichts Geringeres als die Marktführerschaft angepeilt. Dug, die größte unabhängige Shopkette für Telekommunikation in Deutschland, wurde übernommen und eine Weiterentwicklung des Geschäftsmodells vorangetrieben. Zwischen dem Jahr 2004 und 2008 entstanden 420 neue Outlets. Als im Juni 2007 der Mobilfunkanbieter Talkline mit rund 3,8 Millionen Kunden übernommen wurde, wuchs die Debitel zum drittgrößten Mobilfunk-Anbieter nach T-Mobile und Vodafone und vor e-plus und O2 heran.
Die enge Zusammenarbeit und die ausgezeichnete Kommunikation in Form eines aktiven, nahezu täglichen Dialogs zwischen Management und Private Equity-Gesellschaft ermöglichten den Weg heraus aus der Klemme. Permira blieb in allen Phasen eng involviert und konnte das Geschehen mitgestalten.

Der Verkauf nach klarer Industrielogik

Im Frühjahr 2008 verkaufte Permira die Debitel-Gruppe an die freenet AG. Der Verkauf folgt einer klaren Industrielogik. Die Finanzdaten unterstreichen die gelungene Konsolidierung der Debitel: Der EBITDA weist einen Zuwachs von 187 % auf und lag im Jahr 2007 bei 255 Mio. €, im Jahr 2003 noch bei 89 Mio. €. Der Umsatz und die Zahl der Mitarbeiter stiegen um 4 % und 8 %.

Die neue Kombination aus Debitel und Freenet lässt die mit Abstand größte Vertriebsplattform für Mobile Telefonie in Deutschland entstehen.