D&b Audiotechnik GmbH: Expansion mit Beschallungssystemen

Ob Konzerte, Hauptversammlungen oder andere Großveranstaltungen – die Ansprüche an Akustik und Beschallung sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. d&b Audiotechnik wächst in diesem Bereich international. Unterstützung fand das Unternehmen in einer Beteiligungsfinanzierung durch Odewald & Cie.

Ansprüche stark gestiegen

Ein Equipment, mit welchem in den 60er Jahren die Beatles auf Konzerttournee gingen, würde heute keine drittrangige Band mehr einsetzen wollen. Die Ansprüche, mit denen Konzerte und andere Großveranstaltungen heute gestaltet werden, sind um ein Vielfaches gewachsen und die Technik ist entsprechend komplexer. Dabei spielt auch die Software für die Regelung und Kontrolle der akustischen Signale eine zunehmende Rolle. Zu den führenden Anbietern in Europa im Bereich professioneller Beschallungslösungen – so der fachgerechte Ausdruck – zählt die d&\;b Audiotechnik GmbH im schwäbischen Backnang. „Wir liefern Beschallungssysteme für Veranstaltungen ab etwa 100 Besucher aufwärts – bis hoch zu 50.000 und mehr“, sagt d&b-Geschäftsführer Markus Strohmeier. Vom Bierzelt also bis zu Großkonzerten – so waren schon Madonna und die Rockband Coldplay mit d&\;b-Equipment auf Tour.

Verleihfirmen als Kunden

„Bis Ende der 70er Jahre waren Qualität und Handling von Beschallungsanlagen aufgrund der unterschiedlichen Systeme noch recht problematisch“, sagt Strohmeier. Insofern kam die Gründung des Unternehmens 1981 zur richtigen Zeit. Seitdem ist d&\;b Audiotechnik in einem größer werdenden Markt kontinuierlich gewachsen und hat heute etwas mehr als 200 Mitarbeiter. Die Anwendungen liegen im mobilen und im Festinstallationsbereich. Im mobilen Bereich, welcher den Schwerpunkt bei d&b ausmacht, sind die Kunden Verleihfirmen, die das Equipment von d&b kaufen und dann verleihen – z.B. für Film- und Fernsehproduktionen, Hauptversammlungen, Konzerte und andere Veranstaltungen wie z.B. den European Song Contest. Daneben läuft das Geschäft mit Festinstallationen in Gebäuden (z.B. für Durchsagen in Unternehmen oder Organisationen mit vielen Mitarbeitern, auch für Notfall- und Evakuierungsmaßnahmen), Hallen, Stadien etc. Ein Referenzkunde von d&b Audiotechnik ist z.B. das berühmte Opernhaus von Sydney.

Afinum verkaufte an Odewald

Das Unternehmen sieht sich als Premiumanbieter – auf die Autobranche übertragen „irgendwo zwischen Rolls Royce und Mercedes“ und dementsprechend auch teurer als der Durchschnitt, wie Strohmeier sagt. 2007 hatten die Gründer und die übrigen Gesellschafter ihre Anteile an die Beteiligungsgesellschaft Afinum verkauft – die dann im Jahr 2011 weiterveräußern wollte. Im Zuge des Bieterverfahrens bekam Odewald Cie. den Zuschlag. Als Co-Investor gewann man den belgischen Investor Cobepa. Mitbeteiligt wurden das Top-Management sowie die zweite Führungsebene. „Wir hatten uns schon sehr früh im Bieterverfahren fokussiert und uns das Unternehmen, sein Wettbewerbsumfeld und die Absatzmärkte genau angeschaut und gesehen, welche Wachstumspotenziale das Unternehmen noch hat“, erklärt Torsten Krumm, Partner und Beteiligungsmanager von Odewald.

Absatzpotentiale analysiert

Mit dem Einstieg durch Odewald & Cie. wurde die Internationalisierungsstrategie des Unternehmens forciert. Schon seit dem Jahr 2000 hatte d&b einige Tochtergesellschaften in Europa, in den USA und Japan gegründet. In vielen anderen Ländern gibt es Vertriebspartnerschaften. Odewald-Manager Krumm kennt als studierter Nachrichtentechniker und aus früheren operativen Erfahrungen das Umfeld der Branche sehr gut. Er hat die Finanzierungsrunde 2011 geleitet und ist Mitglied im d&b-Beirat „Durch die Partnerschaft mit Odewald und die Fokussierung wollen wir eine stärkere Penetration der ausländischen Märkte erreichen“, sagt Strohmeier. Odewald investierte in das Unternehmen, um Bereiche wie Fertigung, Vertrieb, Working Capital und Marktforschung zu stärken und die Absatzpotenziale genau zu analysieren. „Unsere Branche ist nicht besonders transparent\; wir hatten bis dahin nur wenige Marketingdaten“, so Strohmeier.

Auch Akquisitionen im Visier

Inzwischen ist das Market Research abgeschlossen und das Unternehmen geht jetzt daran, den Ausbau seines internationalen Netzwerks voranzutreiben. „Die internationale Nachfrage steigt – es werden mehr Shows und Tourneen mit hohen Qualitätsstandards in allen Ländern veranstaltet“, erklärt Krumm. „Und das Festinstallationsgeschäft profitiert davon, dass der Entertainment-Faktor bei fast allen Veranstaltungen – wie z.B. auch bei den Olympischen Spielen in London – zugenommen hat.“ Das Unternehmen ist dabei, seine Kapazitäten in Fertigung und Lagerhaltung zu verdoppeln. Odewald und d&b setzen in ihrer Strategie aber nicht nur auf organisches Wachstum, sondern auch auf Akquisitionen. Gemeinsam mit dem Management hat man bereits potenzielle Zukäufe analysiert, aber bislang „noch keinen perfekten Fit gefunden“. Auch für einen größeren Zukauf ist man offen: „Wenn eine zweite Finanzierungsrunde nötig sein sollte, sind wir gemeinsam mit Cobepa bereit“, sagt Krumm.

2016: Verkauf an Ardian

Im März 2016 hat Odewaldt & Cie. seine Anteile an dem schwäbischen Soundspezialisten veräußert an die Beteiligungsgesellschaft Ardian.

Kurzprofil: d&b Audiotechnik GmbH

Gründungsjahr: 1981
Branche: Veranstaltungsservice/Elektronik
Unternehmenssitz: Backnang
Mitarbeiterzahl: ca. 200
Umsatz 2011: 43,5 Mio. EUR
Internet: www.dbaudio.com

Quelle: Bernd Frank, Unternehmermagazin