aleo solar AG: Wachstum auf der Sonnenseite

Jeder kennt sie: blau und schwarz schimmernde Platten überall dort, wo die Sonne scheint. Photovoltaikanlagen liefern Strom aus Sonnenenergie. Und das weltweite Geschäft der umweltschonenden Energie zum „Selbermachen“ boomt. Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe und private Häuslebauer setzen auf die Do-it-yourself-Stromerzeugung durch Solaranlagen. Einfach auf dem Dach installiert, verspricht die Anlage dem Betreiber eine sichere Rendite zwischen 8% und 15% abhängig vom Standort und von der Dachausrichtung. Heute beschäftigt die Industrie 50000 Menschen in Deutschland im Bereich der Produktion von Solarmodulen, Solarzellen und Solarwafern sowie vor allem im Handwerk bei der Installation kompletter Solarsysteme.

Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 wurde die Stromerzeugung aus Sonnenenergie mittels Solaranlagen wirtschaftlich interessant. Eine attraktive Industrieansiedlungspolitik in den neuen Ländern tat ihr Übriges dazu, um den Einstieg in die industrielle Massenproduktion von Solartechnologie zu ermöglichen. Jakobus Smit, der zum damaligen Zeitpunkt ein Unternehmen für Windparkprojektmanagement führte, wollte sich das große Geschäft mit der Sonnenenergie nicht entgehen lassen und wechselte kurzum die Branche. Ziel war es, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen, das hochwertige Solarmodule für den deutschen und internationalen Markt entwickelt und produziert.

Wechsel vom Wind zur Sonne, unterstützt mit privatem Eigenkapital

Smit gelang es, seinen Geschäftspartner, den erfahrenen Windkraftpionier Marius Eriksen, zu überzeugen, gemeinsam den Schritt in die lukrativ erscheinende Photovoltaikbranche zu wagen. Die Finanzierung sollte ähnlich gestaltet werden wie bei den Windparks: Viele private Investoren sollten sich – vor allem aus steuerlichen Gründen – als Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligen. Smit und Eriksen hatten somit ausreichend Zeit, um ein rentables Unternehmen aufzubauen. Im Dezember 2001 wurde die Solar-Manufaktur Deutschland (S.M.D) gegründet, die 2006 in aleo solar AG umbenannt wurde. Im Sommer 2002 liefen die ersten Module vom Band und bereits ein Jahr später hatte sich das Unternehmen einen Namen gemacht: aleo-Module galten als der „Mercedes“ unter den Solarmodulen, und zum ersten Mal wurden Gewinne realisiert.

Der Kalkulation nach kamen die Gewinne jedoch zu früh. Ein Luxusproblem, sollte man denken. Faktisch war dies aber sehr problematisch, da ein Teil der 31 Gesellschafter die Gewinne ausschütten wollte, was wiederum nicht im Interesse der Gründer lag. Diese wollten die Mittel in weiteres Wachstum investieren. Der Konflikt zwischen den Parteien bedrohte den weiteren Erfolg und die Zukunft des Unternehmens. Im Jahr 2004 eskalierte der Konflikt zwischen dem Management und einem Teil der Gesellschafter, von denen zwei Drittel ihre Anteile verkaufen wollten. Damit standen 67% der S.M.D zum Verkauf – und die Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz entwickelte eine optimale Lösung.

Die S.M.D. war zu diesem Zeitpunkt bereits sehr erfolgreich. Das etablierte Netzwerk – noch aus Windkraftzeiten –, die bestehenden Kundenkontakte und das hoch motivierte Management überzeugen die Hannover Finanz. Auf der anderen Seite waren die Rahmenbedingungen durch die Interessenkonflikte alles andere als einfach. Trotzdem wurden sich beide Seiten bald einig: Die Hannover Finanz übernahm die zum Verkauf stehenden 67%, wovon das Management wiederum 15% erwarb. Somit blieben Smit und Eriksen als starke Teilhaber der Gesellschaft erhalten.

aleo solar erneut in den Startlöchern

Zwei Jahre nach dem Einstieg der Hannover Finanz stieg der Umsatz um mehr als 100%, und auch die Mitarbeiterzahlen konnten sich mehr als verdoppeln. Im Jahr 2006 ging das Unternehmen an die Börse. Frisches Kapital war zu diesem Zeitpunkt mehr als wichtig: Der starken Konkurrenz konnte man nur mit Expansion und dem Aufbau starker Märkte begegnen. „Somit hat die Hannover Finanz nicht nur unsere Gesellschafterstruktur vereinfacht und damit ein dringendes Problem gelöst, sondern auch noch den Börsengang ermöglicht“, so Smit.

Heute gehört das Unternehmen zur Robert Bosch GmbH und steuert auf einen Jahresumsatz von rund 500 Mio. € zu. Jährlich produziert aleo derzeit weit über eine halbe Million Solarmodule für Photovoltaikanlagen in der ganzen Welt. Ein neues Management aus den Reihen der Bosch-Führungsriege entwickelt das Unternehmen jetzt weiter. „Für uns ist es ein Kompliment an unsere unternehmerische Arbeit, dass aleo teil der Robert Bosch GmbH werden konnte“, blickt Smit zurück.