Corporate Venture Capital-Gesellschaften

Was sind Corporate Venture Capital-Gesellschaften (CVCs)?

Bei Corporate Venture Capital (CVC)-Gesellschaften handelt es sich um Tochtergesellschaften von Großunternehmen, die für den Mutterkonzern strategische Investments tätigen - meist in Anlehnung an dessen Kerngeschäft.

Im Gegensatz zu anderen Venture Capital (VC)-Gesellschaften zielen sie sowohl auf die Verzinsung der eingesetzten Mittel, als auch auf den Mehrwert, der sich aus Synergien zwischen dem Mutterkonzern und dem finanzierten Partner-Unternehmen generieren lässt. 
  
Im BVK waren zum Jahresende 2005 insgesamt 14 Corporate Venture Capital-Gesellschaften mit einem Beteiligungsvolumen von 900 Mio. Euro in 230 Portfoliounternehmen organisiert.

Welche Rolle, Zielsetzung und Fokus haben Corporate Venture Capital-Unternehmen?

Corporate Venture Capital-Gesellschaften haben unterschiedliche, mit den jeweiligen Unternehmensleitungen abgestimmte Strategien und Ziele. Neben der Erwirtschaftung einer angemessenen Rendite verfolgen sie in der Regel auch strategische Ziele der Muttergesellschaft und sind damit Instrument des Innovationsmanagements.

Dabei ist vielen CVCs gemeinsam, dass sie darauf spezialisiert sind neue, bahnbrechende Technologien und/oder Geschäftsmodelle aufzuspüren und zu finanzieren um damit das interne Innovationsmanagement zu beschleunigen und die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) zu stärken.

Der konkrete Investmentfokus nach Technologien, Regionen und Entwicklungsphasen, die Zielsetzung (Erwirtschaftung finanzieller Renditen und/oder strategischen Mehrwertes), die organisatorische Aufbau- und Ablauforganisation, sowie die Spielregeln zur Zusammenarbeit mit dem Mutterunternehmen einer CVC-Gesellschaft werden entsprechend der individuellen Strategie des Unternehmens ausgestaltet und können in der Praxis recht unterschiedlich sein.

Die Möglichkeit durch Corporate Venture Capital-Märkte und Technologien beobachten zu können, die oft als "window on technology" bezeichnet wird, gestattet es großen Unternehmen Innovationen und Tendenzen frühzeitig zu erkennen und die eigene Strategie danach auszurichten. Schon der sogenannte Deal Flow, also die Auswertung der eingereichten Beteiligungsangebote, kann hier wertvolle Signale geben.

Die Stärke des CVC Gebers liegt darin, mehr als "nur" Geld zur Verfügung zu stellen. Dies geschieht beispielsweise durch Einbindung in die internationalen Vertriebskanäle des Mutterkonzerns oder den Abschluss von Kooperations- oder OEM-Verträgen. Dadurch kann der Unternehmenswert des Start-ups zum Wohle beider Interessen wesentlich gesteigert werden.